20.000 Euro Schmerzensgeld nach Bandscheiben-OP

Ein Patient kann von einem Krankenhaus 20.000 Euro Schmerzensgeld verlangen, nachdem er im Krankenhaus ohne ausreichende Aufklärung und ohne ausreichende Indikation nach der neueren Methode des Bandscheibenersatzes operiert wurde.

Das beklagte Krankenhaus hafte bereits deswegen, weil eine ausreichende Aufklärung des Klägers nicht bewiesen sei, so das OLG Hamm in seinem rechtskräftigen Urteil. Es stehe nicht fest, dass der Kläger hinreichend deutlich darüber aufgeklärt worden sei, dass die gewählte Behandlungsvariante des Einsatzes einer Bandscheibenprothese ein seinerzeit relativ neues Operationsverfahren gewesen sei. Auf eine hypothetische Einwilligung könne sich das Krankenhaus nicht berufen. Die Operation sei zudem behandlungsfehlerhaft gewesen, weil sie nicht ohne vorherige Testinfiltration zur Abklärung der Indikation hätte durchgeführt werden dürfen.

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 29.09.2014 – 3 U 54/14